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Leitbild

Wir wollen eine Gesellschaft, die auf Solidarität gründet und als soziale Demokratie lebt. Unser Menschenbild  wurzelt in der Aufklärung und sieht den Menschen als aktives, vernunftbegabtes Wesen. In diesem Menschenbild sind Humanität und solidarisches Handeln als menschliche Eigenschaften angelegt. Wir wollen dazu beitragen, alle Gefährdungen der sozialen Demokratie, besonders aber die Bedrohungen durch Rassismus und Rechtsextremismus, abzuwehren.

(Aus dem Leitbild von ARBEIT UND LEBEN)

 

Das Zentrum Demokratische Bildung

Reinhard Koch (Leiter des Zentrum Demokratische Bildung):

"Das Zentrum Demokratische Bildung ist als Beispiel eines kommunalen Nutzungskonzeptes für eine von Neonazis zum Erwerb anvisierte Immobilie bundesweit modellhaft. Inhaltlich steht das Zentrum für eine Weiterentwicklung politischer Bildungsarbeit von der Position GEGEN Rechtsextremismus zu PRO Demokratie.“

Zentrum Demokratische Bildung Wolfsburg
12.03.2012
    Broschüre "Die geführte Jugend - Kindererziehung von rechts"

Andrea Röpke

Die geführte Jugend - Kindererziehung von rechts

Reihe "Kompetente Konzepte für Demokratie und Toleranz", Band 9

Verlag Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN
ISBN 978-3-932082-43-6

Broschüre 21x15 cm, 190 Seiten

Schutzgebühr 5,00 €

Neonazis sind nicht nur politische Überzeugungstäter/innen, sondern im Privatleben oft auch Eltern. Ein großer Teil der rund 30.000 weiblichen und männlichen Rechtsextremisten bundesweit gründen zur Zeit eigene Familien. Immer häufiger stammen bereits beide Elternteile aus der extrem rechten Szene. Politisches Ziel ist es, mit Hilfe der Familie als Teil eines ganzheitlichen Denk- und Lebensprozesses lanfristig eine homogene, "nationale Volksgemeinschaft" zu gründen.

"Nationale Gegenkultur" und elitäre "Volksgemeinschaft" sind eindeutig gegen die bestehenden Verhältnisse in einer Demokratie gerichtet - denn sie orientieren sich in ihrer Gesamtheit an der Ideologie des Nationalsozialismus. Die Kinder rechtsextremistischer Eltern werden frühzeitig mit nationalistischem Gedankengut, dem Aufruf zum Kampf "wider dem Zeitgeist" und soldatischer Pädagogik konfrontiert. Noch sind die Erziehungsmerkmale innerhalb der völkischen "NS-Bewegung" nicht einheitlich, noch fehlen bindende Konzepte - doch der Organisationsgrad braunen Drills ist mancherorts alarmierend. Kinder wachsen als "Kameraden" mit der Begrüßung "Heil Dir" auf. Frühzeitig erlernen sie die Parole: "Ich bin nichts, mein Volk ist alles". Sie rezitieren aus "Mein Kampf", kennen Gedichte von SS-Dichtern wie Kurt Eggers und Lieder aus dem Repertoire der Hitlerjugend.

Mit Slogans wie "Kinder, Zukunft, NPD" oder Vorträgen vom nahenden "Volkstod" der Deutschen versuchen rechte Strategen, den Glauben an die Notwendigkeit deutschen Nachwuchses in den Köpfen junger Kameraden zu verwurzeln. Junge Mädchen erlernen frühzeitig ihre "biologische Verpflichtung" als Mutter, die zuständig ist für die "Arterhaltung".

Diese Broschüre möchte Erziehungsmerkmale und Muster organisierter Kindererziehung von Rechtsextremisten aufzeigen und zur Prävention durch nachhaltige Konzepte beitragen.

Bestellbar im Online-Shop der ARUG

Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms "VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie"

 
 
29.02.2012
    NPD darf nicht in den Congress-Park

Wolfsburg Die rechtsextreme NPD scheitert mit dem Versuch, ihren Landesparteitg in der VW-Stadt zu veranstalten

Von Thomas Kruse

Unter Hinweis auf fehlende Termine verhinderte das Congress-Park-Management den Landesparteitag der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands im Frühjahr. Auch die Bundes-NPD hatte zuvor schon versucht, Parteitage in der VW-Stadt zu veranstalten – ohne Erfolg

Nicht von ungefähr ließ der scheidende Wolfsburger IG Metall-Chef Frank Patta offenbar am Dienstag während seiner Verabschiedung diesen Satz fallen: „Wolfsburg hat eine ganz besondere Bedeutung für die Neo-Nazis. Nur weil man sie nicht sieht, heißt das nicht, dass sie hier untätig sind.“

Nach dem gescheiterten Versuch einer Gruppe um den verstorbenen Rechtsradikalen Jürgen Rieger, 2009 das ehemalige Möbelhaus Alsdorff an der Heinrich-Nordhoff-Straße zu kaufen und in ein „KdF-Museum“ umzuwandeln, ist die NPD nicht untätig geblieben.

„Wolfsburg ist für die Neonazis offenbar immer noch eine Stadt mit Strahlkraft. Sie ist eine originäre Gründung der Nationalsozialisten. Die Organisation Kraft durch Freude (KdF) organisierte hier den Bau der Automobilfabrik. Auch nach Kriegsende hatten hier rechte Gruppierungen zunächst starken Zulauf. All das macht Wolfsburg aus historischen Gründen attraktiv für die Neonazis. Dass die IG Metall sich das Thema Antifaschismus seit Jahren auf die Fahnen geschrieben hat, provoziert die Rechtsradikalen zusätzlich.

Ein drittes Argument nennt Michael Neu vom Zentrum Demokratische Bildung, das jetzt seinen Sitz in der ehemaligen Alsdorff-Immobilie hat. „Wolfsburg ist sicherlich nicht nur historisch eine wichtige, symbolträchtige Stadt für die rechtsextreme Szene. Durch die Nähe zu Sachsen-Anhalt ist ein wichtiger Schnittpunkt zu dortigen Strukturen gegeben. Ich glaube deshalb auch, dass man seitens der NPD und sogenannten Freien Kameradschaftsstrukturen künftig wieder vermehrt den Fokus auf Wolfsburg setzen wird“, erläutert Neu. Allerdings habe es zuletzt weniger „öffentlichkeitswirksame Aktionen“ gegeben. Das, so Neu, heiße aber nicht, dass keine Strukturen bestünden. Wolfsburger Aktivisten der NPD und des „Bündnis für Zivilcourage“ nähmen weiterhin regelmäßig an regionalen und überregionalen Veranstaltungen der rechtsextremen Szene teil.

Quelle: Wolfsburger Nachrichten 29.02.2012

 
23.02.2012
    Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt

Wolfsburg AG und AutoVision GmbH gedenken gemeinsam

gedenken_wob_agIm November letzten Jahres wurde die Mordserie einer Neonazibande aus Thüringen aufgedeckt. Viele Menschen waren fassungslos und empört. Arbeitgeber und Gewerkschaften treten gemeinsam ein für ein Deutschland, in dem Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus keinen Platz haben. Zeitgleich mit dem zentralen Staatsakt der

Verfassungsorgane des Bundes für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt hielten heute um 12 Uhr die Beschäftigten von Wolfsburg AG und AutoVision GmbH für eine Schweigeminute in ihrer Arbeit inne.

Sie erklären sich mit den Opfern der Gewalt und ihren Angehörigen uneingeschränkt solidarisch. Im Atrium auf dem Forum AutoVision der Wolfsburg AG. hielt Michael Neu vom Zentrum Demokratische Bildung Wolfsburg eine kurze Ansprache Im stillen Gedenken an die Opfer wurde ein kraftvolles Zeichen gesetzt. Ein Zeichen der Trauer und des Mitgefühls mit den Opfern, ihren Familien und Freunden, ein Zeichen der Verurteilung von Fremdenhass, Rassismus und rechtsextremer Gewalt, ein Zeichen für die Vielfalt und Offenheit Deutschlands.

WB/WOB AG/Autovision
Foto:Wolfsburg AG

Quelle: Wolfsburger Blatt 23.02.2012

 
 
22.02.2012
    Schweigen für Opfer der Neonazis

Wolfsburg Mit einer Schweigeminute wollen Menschen in ganz Deutschland am Donnerstag der Opfer rechtsextremer Gewalt gedenken. Auch unsere Region steht um 12 Uhr für kurze Zeit still.

Von Miguel Sanches, Uwe Hildebrandt und Kai Stoppel

Betriebe, Schulen und Kommunalverwaltungen in der Region wollen Donnerstag um 12 Uhr mit einer Schweigeminute der Opfer rechtsextremistischer Gewalt gedenken. Sie folgen damit dem Aufruf der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und des Deutschen Gewerkschaftsbunds. Auch alle Busse der Kraftverkehrsgesellschaft (KVG) sollen um Punkt 12 Uhr für eine Minute an Haltestellen stehenbleiben.

In einer Gedenkzeremonie in Berlin – im Konzerthaus am Gendarmenmarkt – wird der zehn Mordopfer des rechtsextremistischen Terrors gedacht. Zu der Veranstaltung hatte Ex-Bundespräsident Christian Wulff eingeladen. An seiner Stelle wird nun Kanzlerin Angela Merkel (ebenfalls CDU) reden. Auch zwei Töchter der Opfer sind als Rednerinnen geladen.

Der Rechtsextremismus-Experte Reinhard Koch warnte gestern davor, die Opfer der Neonazi-Mordserie als bedauerliche Einzelfälle zu betrachten: „Sie sind ausgesucht worden als Stellvertreter einer Personengruppe, die als minderwertig angesehen wird.“ Ausländerfeindlichkeit erstrecke sich bis in die Mitte der Gesellschaft.

Koch zählt als Leiter der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt in Braunschweig und des Zentrums Demokratische Bildung in Wolfsburg bei der zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin zu den geladenen Gästen. Diese Veranstaltung dürfe kein Abschluss sein, so mahnte Koch, sie müsse vielmehr den Auftakt zu einer gesellschaftlichen Debatte über Ausländerfeindlichkeit darstellen.

Auch Joachim Gauck, der künftige Bundespräsident, will an der Gedenkfeier teilnehmen. Aus unserer Region ist auch Erika Prediger-Behrens dabei, Sprecherin der Initiative Friedliches Wendeburg. „Der Gedenktag ist ein gutes Zeichen, aber lange überfällig“, sagt sie.

Quelle: Wolfsburger Nachrichten 22.02.2012
 
21.02.2012
    Warum wird jemand rechtsextrem?
Im Gespräch mit dpa-Nachrichten für Kinder

Sie hassen Menschen, die anders sind als sie selbst oder anders denken: Rechtsextreme. Manche dieser Rechtsextremen greifen andere Menschen sogar an. Doch wieso kommt man überhaupt auf diese blöden Gedanken? Das kann verschiedene Gründe haben, sagt Michael Neu. Er arbeitet beim Zentrum für Demokratische Bildung in Wolfsburg.

Nicht jeder, der eine Glatze hat, ist rechtsextrem. Doch für die rechte Szene ist ein kahlrasierter Kopf ein Erkennungszeichen. Sie nennen sich Skinheads - Hautköpfe.
Foto: dpa


Ein wichtiger Grund ist: Viele rechtsextreme Leute wollen irgendwo dazugehören. Es kann zum Beispiel sein, dass jemand keine Freunde hat. Oder dass die Eltern kaum da sind und sich nicht kümmern. Deswegen schließt dieser Mensch sich einer rechtsextremen Gruppe an. Diese gibt ihm das Gefühl: "Du bist etwas Besonderes. Und dafür musst du gar nichts können. Nur deutsch sein." Das ist natürlich Blödsinn. Aber Rechtsextreme in Deutschland denken so. Sie grenzen Menschen aus, zum Beispiel Ausländer oder Behinderte.

Ein anderer Grund: Viele Rechtsextreme wollen, dass man sie bemerkt. Denn das war vielleicht nicht so, als sie noch nicht rechtsextrem waren. Ein Beispiel: Jemand beschimpft einen Mitschüler mit dunkler Haut als "Kanake". Kanake ist ein fieses Wort für einen Ausländer. Wenn er diesen Mitschüler dann sogar schlägt, dann reden viele über ihn. Dem Rechtsextremen ist es dabei egal, dass die Leute ihn nicht gut finden, meint der Experte. Hauptsache er fällt auf.

Es gibt aber eine Menge Menschen in Deutschland, die Rechtsextremismus verhindern wollen. Sie gehen zum Beispiel in Schulen und erklären: Niemand ist besser als der andere, nur weil er aus einem bestimmten Land kommt. Und: Bei uns ist jeder gleich viel wert.

Quelle: dpa

Erschienen: www.kinder-nachrichten.de

 
 


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